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Nachhaltig Bauen und Wohnen mit Holz
Die aktuelle Schuldenentwicklung in der Eurozone und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Finanzmärkte zeigen, wohin gedankenloses Handeln oder solches, das nur dem kurzfristigen eigenen Vorteil dient, führen kann. Die Folgen solchen Verhaltens haben wir alle zu tragen.

Diese Zusammenhänge lassen sich auf nahezu alle Bereiche übertragen, sei es Ernährung, Mobilität oder eben das Bauen und Wohnen.

So bedienen wir uns im Bereich Holzfassaden, Holzterrassen oder auch im Innenausbau immer noch sehr stark der Tropenhölzer oder anderer Überseeischer Holzarten sowie der sibirischen Lärche, deren nachhaltige Erzeugung nicht oder nur unzureichend gegeben ist. Es sind nicht nur die immensen ökologischen Schäden, deren Kosten irgendwann zu tragen sind, es ist auch der Verlust von Biodiversität, der nicht wieder gutzumachen ist.

Der Grund dafür liegt im zum Teil noch sehr günstigen Preis dieser Hölzer(was in Anbetracht der hohen Transportkosten schon auf Raubbau hindeutet), der meist dunklen Farbgebung sowie der guten Witterungsbeständigkeit.

Es stellt sich die Frage der Alternativen.

Inzwischen sind in unseren Wäldern große erntereife Bestände an Hölzern herangewachsen, die in vielen Punkten die Eigenschaften der Tropenhölzer erreichen oder gar übertreffen. Dies sind zum Beispiel die Robinie, die Edelkastanie oder die Douglasie. Diese lassen sich auch ohne weitere Behandlung außen verbauen, erfreuen durch attraktive Optik und sind ebenfalls sehr dauerhaft.

Die Gewöhnliche Robinie wurde als Zierpflanze nach Europa eingeführt
Die Gewöhnliche Robinie wurde als Zierpflanze nach Europa eingeführt

Weiterhin bemüht man sich seit vielen Jahren in Industrie und Forschung darum, durch Modifikation weiteren Holzarten zu den gewünschten Eigenschaften zu verhelfen. Dies auf chemischem Wege zu erreichen ist aber oft nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Kesseldruckimprägnierung (Tiefenimprägnierung mit Salzen) oder herbizide Behandlung, das Färben von Holz oder Farbgebung durch chemische Reaktionen sind oft von zweifelhaftem Wert. Wer möchte schon mit kontaminiertem Holz leben!

Die Veränderung von Holz auf physikalischem Weg ist hingegen äußerst erfolgreich. Nur mit den Zutaten Wärme und Wasser lässt sich das so genannte Thermoholz herstellen.

Buchen- Schnittholz nach der Thermobehandlung
Buchen- Schnittholz nach der Thermobehandlung

Thermoholz, kurz TMT genannt (englisch: Thermally Modified Timber) wird unter großer Hitze (mindestens 160 °C) und unter Sauerstoffentzug hergestellt.

Ziel der thermischen Holzmodifikation ist es, die technischen Eigenschaften des Holzes über den gesamten Holzquerschnitt für bestimmte Einsatzzwecke im Außenbereich zu verbessern. In diesem Wärmeprozess werden die Zuckerbausteine und Holzeiweißbestandteile im Holz abgebaut.

Das Ergebnis ist ein Holz, das "Holz-Zersetzern" wie Pilzen, Insekten & Co. keinen Lebensraum und keine Nahrung mehr bietet - und deshalb besonders lange haltbar bleibt. Das so behandelte Schnittholz bekommt außerdem - je nach Verfahrensintensität und Holzart in unterschiedlicher Ausprägung - eine attraktive dunkle Farbtönung, die das komplette Material durchdringt. Das macht es schließlich auch bei der Verwendung für Parkett- oder Dielenböden oder für Möbel besonders wertvoll.

Thermoholz im Innenausbau- auch für Feuchträume geeignet
Thermoholz im Innenausbau- auch für Feuchträume geeignet

Der zweite wichtige Hintergrund dieser Maßnahmen ist, einheimisches Holz für die Anwendungsbereiche zu nutzen, die bislang mit CO²-schädlichem Tropenholz ausgestattet worden sind. Die Zahlen der letzten Bundeswaldinventur sprechen für sich: Jährlich wächst viel mehr heimisches Holz nach als genutzt wird. Allein bei der Buche ist das Nutzungspotential mit über 10.000.000 m³ pro Jahr fast unerschöpflich. Geeignet ist das Verfahren aber auch für die Holzarten Esche, Pappel, Kiefer und- speziell für den Innenbereich- auch für Eiche und Ahorn.

Mit dem Kauf von Holz aus Mitteleuropa wird die nachhaltige Bewirtschaftung heimischer Wälder gestärkt, Monokulturen verhindert und kostbare Arbeitsplätze gesichert.